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Danke für Ihr/ Dein Interesse an meiner Promotionsstudie!

Auch heute wird Homosexualität diskriminiert, die Abwertung männlicher Homosexualität wird mehr als die Abwertung jeder anderen Minderheit gebilligt, auch in der Pädagogik. Meine Dissertation will die Notwendigkeit einer neuen Sichtweise auf männliche Homosexuelle begründen. Um die Stereotypisierung und Abwertung männlicher Homosexueller durch Heterosexuelle zu überwinden, bedarf es der Wahrnehmung homosexueller Vielfalt und damit eines realitätsnahen Einblicks in die Lebenswelt und Lebenswünsche homosexueller Männer. Die im Jahr 2011 durchgeführte Promotionsstudie „Homosexuelle Männer heute“ will diesen Einblick ermöglichen.

Eine Auswahl an Schaubildern zur Studienauswertung findet sich auf dieser Homepage.

In der Gesamtveröffentlichung meiner Arbeit gehen dem empirischen Blick auf das Leben männlicher Homosexueller, ihre Partnerschaften, Sexualität und Familienwünsche ausführliche theoretische Ausführungen voraus. Die theoretische Begründung fokussiert die männliche heterosexuelle wie homosexuelle Sozialisation. Im Zuge dieser Argumentation sollen die gravierenden Auswirkungen von Heteronormativität und Homophobie als Abwertung männlicher Homosexualität auf heterosexuelle wie homosexuelle Jungen und Männer argumentativ dargestellt und zusammengeführt werden. Der gesellschaftliche Umgang mit männlicher Homosexualität ist so entscheidend und obligatorisch verbunden mit der Diskussion um die Aneignung heute weiblich konnotierter Kompetenzen und das angstfreie Betreten heute weiblich konnotierter Interessensfelder durch (heterosexuelle) Jungen und Männer. In meiner Arbeit möchte ich aufzuzeigen und begründen, welch enorme Bedeutung in der Diskussion um die Erweiterung der heterosexuell-männlichen Handlungs- und Kompetenzspektren der sozialisatorisch erlernten Abwertung von männlicher Homosexualität zukommt. Ein neuer Umgang mit männlicher Homosexualität ist erforderlich, um heterosexuelle Jungen von Teilen ihrer Erschwernisse männlicher Rollenfindung zu befreien und ihnen neue Perspektiven als Mann zu eröffnen und um homosexuellen Jungen in Zukunft eine durch Homophobie und Heteronormativität unbeeinträchtigtere Entwicklung zu ermöglichen. Ihnen muss eine angemessene Vielfalt an homosexuellen Selbstverortungen und Lebensorientierungen angeboten und ermöglicht werden.

Ein neuer Blick auf männliche Homosexuelle ist notwendig, um homosexuelle Männer ebenso wie die heterosexuelle aus sozialisatorisch konstruierten Einengungen zu befreien.

Der Studienteil der Arbeit unterstreicht die in der Gesamtveröffentlichung geführte theoretische Argumentation, derzufolge homosexuelle Männer in ihrer Entwicklung auch heute nachhaltig beeinträchtigt werden. Ein realitätsnaher Einblick in die Partnerschaftsrealität und die gelebte Sexualität homosexueller Männer ist längst überfällig und kann im Zuge der durchgeführten Online-Studie „Homosexuelle Männer heute“ angebahnt werden. Unter anderem werden Inhalte und Motive von Homophobie, wie die Sexualisierung, Stereotypisierung und Homogenisierung männlicher Homosexueller und deren unterstellte Distanz zur Generativität im Zuge der Analyse der Studienergebnisse hinterfragt.

Die Gesamtveröffentlichung „Homosexuelle Männlichkeit zwischen Diskriminierung und Emanzipation – eine Studie zum Leben homosexueller Männer heute du Begründung ihrer wahrzunehmenden Vielfalt“ ist im LIT Verlag erschienen (978-3643113559).

 

T. Hertling